UJF über sadistische PR-Aktivitäten




Der multiple Moppler (Redundanzfachmann)


Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung n mal hintereinander im Eingangskorb.

Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung n mal hintereinander im Eingangskorb.

Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung n mal hintereinander im Eingangskorb.

Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung n mal hintereinander im Eingangskorb.

Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung n mal hintereinander im Eingangskorb.


Doppel gemoppelt war gestern. Wer allerdings ein bisschen mehr moppelt, fällt auch in der heutigen Reiz-überfluteten Medienwelt noch zur Genüge auf. Zumal E-Mail-Profis unter den Journalisten das Inbox-Fenster oft eher klein einstellen, um viel Text auf einen Blick im Vorschaufenster zu sehen. Aber nur schreckhafte Naturen lassen sich von dieser etwas eindimensionalen Methode einschüchtern: „Hilfe, ein Virus hat meinen Mailer zerstört!“ Echte Quälwirkung erzielt die multiple Moppelei erst in Verbindung mit der Bitmonsterei (siehe auch Der Topsecretist).


Stammgästen dieser Site wird aufgefallen sein, dass es an dieser Stelle nicht mehr heißt:
„Manchmal liegt dieselbe Pressemitteilung fünfmal hintereinander im Eingangskorb.“

Das ist mittlerweile überholt. Spitzenwerte liegen weit darüber. Einige Spezialisten beauftragen auch gerne den Dienst newsaktuell, unter fadenscheinigsten Vorwänden mehrere Varianten ein und derselben Message hintereinander abzufeuern - und das möglichst auf jedem Themen-Kanal, der bei allergroßzügigster Auslegung einen kleinen Berührungspunkt mit dem in Frage stehenden Sujet haben könnte.


Für besondere Verdienste im multiplen Moppeln ist an dieser Stelle eine real existierende Fachfrau zu würdigen, die vor ein paar Jahren bei einer PR-Agentur in München arbeitete, aber schon länger nicht mehr auffällig geworden ist (hat sie etwa diese Seite gelesen und aus Einsicht den Beruf gewechselt?). Der Dame, die wir hier zwecks Verschleierung ihrer wahren Identität Karla von Gorleben nennen wollen, ist es gelungen, ein und dieselbe Pressemitteilung – es ging um eine ungeheuer wichtige Personalie bei einem Unternehmen, das nach eigener Darstellung unerwünschte Werbung aus dem Web wäscht – 111 mal hintereinander zu verbreiten und jedesmal die 111 Empfängeradressen offen lesbar mit zu übertragen. Damit hätte sich die Dame eigentlich für einen Eintrag ins Guinness Book of Records qualifiziert – wenn sie es denn im Willen getan hätte, einen Rekord aufzustellen, woran indes erhebliche Zweifel bestehen.

Besonderer Dank gebührt Karla von Gorleben aber allein schon deshalb, weil sie unbeabsichtigt aufgedeckt hat, dass die meisten E-Mail-Provider nicht routinemäßig prüfen, ob eingehende Mails mehrfach kommen. Das ist eine hilfreiche Information für PR-Sadisten, die dieses Instrument gezielt einsetzen möchten. Allerdings gilt es als viel subtiler, dieselbe Pressemitteilung einzeln im Abstand von einigen Tagen auf mehrere Mitglieder derselben Redaktion abzufeuern. Im Idealfall bringt diese Sorte von Mehrfachmoppelei („Stakkato-PR“) zwei oder drei Abdrucke im selben Medium – und der Absender kann sich diebisch freuen, dass die Journalisten, die das nicht gemerkt haben, vom Chefredakteur einen Einlauf verpasst bekommen.



Ähnlichkeiten mit wahren Begebenheiten sind nicht zufällig, gelegentliche Selbsterkenntnis durchaus beabsichtigt ;-)


Letztes Update: 24. Juli 2007


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