UJF über sadistische PR-Aktivitäten Der Topsecretist (dt.: Heimlichkeitsarbeiter) Dieser Zeitgenosse lässt die Betreffzeile entweder ganz leer, wie es stümperhafte Produzenten von E-Mail-Infektionserregern auch tun; das jagt dem Empfänger schon mal einen schönen Schreck ein. Oder er schreibt hinein: „Presseinformation“. Nichts weiter. Sonst könnte der Journalist ja schon in der Liste seines E-Mail-Eingangskorbs erkennen, was ihm da wer schickt. Nein, diese Mails muss er anklicken, um zu erkennen, dass er sich dies hätte sparen können, weil hier doch nur banaler Verbalschutt entsorgt wird. Besonders gut kommt diese Folterpraktik, wenn eine Agentur mehrere Kunden hat: Dann kann sie an einem Tag gleich mehrere Mails abfeuern, die sich nur scheinbar gleichen wie ein Dotcom dem anderen. Außerdem schadet dieser Destruktivist unter den PR-Leuten gleichzeitig seinen Kunden. Mehr kann er beim schlechtesten Willen nicht erreichen. Besonders clevere Topsecretisten lassen aber auch dann noch nicht die Katze aus dem Sack. Sie packen alles, was sie zu sagen haben, in ein Attachment. Damit es auch ganz sicher nachhaltig den Adressaten ärgert, blähen sie dieses meist im Word-Format erstellte Dokument mit Logos und Grafiken in feinster Druckauflösung auf Megabyte-Volumen auf. Um ganz sicher zu gehen, versenden sie dieses Bitmonster mehrfach: Dann fällt es durch die Wiederholung in der Posteingangsliste ordentlich auf und verstopft ein normales Postfach so zuverlässig, dass nachfolgende Mails anderer Absender draußen bleiben müssen. Diese Methode entfaltet ihr größtes sadistisches Potential, wenn Sie sie anwenden, nachdem der Empfänger soeben in Urlaub gefahren ist: Dann geht wochenlang die gesamte elektronische Post mit dem Vermerk „Mailbox voll“ zurück an die Absender – und der Journalist steht gegenüber Dutzenden von Firmen und Redaktionen als Depp da.
Ähnlichkeiten mit wahren Begebenheiten sind nicht zufällig, gelegentliche Selbsterkenntnis durchaus beabsichtigt ;-)
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